Warum Reisen mehr bildet als jede Ausbildung

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„Erfahrung“ – dieses Wort kommt von „fahren“, von Bewegung. Nicht umsonst war es seit dem Mittelalter bis in die frühe Neuzeit Pflicht, nach der Lehrzeit die sogenannten „Wanderjahre“ zu absolvieren: die neuen Gesellen sollten die Welt kennen lernen, mit anderen Worten, ihre „Weltfremdheit“ ablegen. Absolvierte Wanderjahre waren eine absolute Bedingung, um zur Meisterprüfung zugelassen zu werden. Und das aus gutem Grund. Hier erfährst du, warum Reisen mehr bildet als jede Ausbildung. 

Jede Reise ist eine Kulturreise

Wenn man ein fremdes Land besucht, ist es beinahe unmöglich, mit dem gleichen Stand an Bildung und Wissen wieder zu Hause anzukommen. Unweigerlich lernt man den Alltag der Städte, die Mentalität der Einwohner, die Esskultur und das Stadtbild kennen. Kultur ist mehr als die Nationalgalerie und das Kunstmuseum, Kultur ist das Zusammenleben der Nachbarn, die Art, wie Geschäfte gemacht werden. Kultur sind Straßenfeste und Einkaufsmeilen. Vielleicht nimmt man sogar Kontakte mit in die Heimat, vielleicht entstehen Freundschaften oder man entdeckt ein neues exotisches Rezept, um es zu Hause selbst auszuprobieren. Bereist man beispielsweise Asien, wird man unweigerlich feststellen, dass die asiatische Küche sich stark von dem unterscheidet, was man in Europa als „asiatische Küche“ verkauft bekommt. Besuchen Asiaten hingegen Deutschland, sind sie oft überrascht von entgegen aller Vorstellungen existierendem deutschen Humor und Lebenslust.

Egal wohin die Reise geht, es werden neue Erfahrungen gemacht, die Abhängigkeit von irgendwelchen Medien oder Erfahrungsberichten sinkt. Die Welt mit eigenen Augen zu sehen, bedeutet die Welt zu verstehen und sich eine unabhängige Meinung über sie zu bilden. Reisen ist Kulturerfahrung. Reisen ist Lebenserfahrung. Mit oder ohne den Besuch „hochkultureller“ Institutionen. Es reicht bereits, offen für neue Erfahrungen zu sein und sich treiben zu lassen.

 

Was wirklich wichtig ist – Warum Reisen mehr bildet als jede Ausbildung

Reisen vermittelt ein Gefühl der Freiheit. Was hält uns eigentlich genau an diesem Ort, in dieser Stadt fest? Wir leben in einer Zeit, in der wir in 8,5 Stunden von Deutschland nach New York und in weniger als 10 Stunden nach Rio de Janeiro fliegen können. Eine Reise in entfernte, unbekannte Länder zeigt Aspekte der Welt, die ansonsten im Alltag unsichtbar bleiben: Der Lebensstandard anderer Menschen in Afrika, Südamerika und Asien, die Herzlichkeit vieler Kulturkreise, die Ehrfurcht gebietende Architektur anderer Städte.

Es ist sicherlich nicht falsch, die Missstände unserer Erde einmal mit eigenen Augen zu betrachten. Die Armutsviertel Brasiliens, die Straßenkultur in Südostafrika, die sehr „traditionelle“ Mentalität der Südstaaten der U.S.A. Und dennoch: Im Grunde wird man Menschen kennen lernen, die zwar anders leben, aber die Gemeinsamkeiten überwiegen. Wer nicht aus der Komfortzone herauskommt, wer die Welt durch den Fernseher kennen lernt, wird sich wundern, dass der Mensch eben Mensch ist und in seinem Naturell überwiegend das gleiche Ziel hat: leben und leben lassen. Vorurteile gehen oft einher mit negativen Gefühlen, die zumeist völlig irrational sind und sich schnell in Luft auflösen, wenn man die Menschen kennenlernt wie sie wirklich sind.

 

Finde deine Leidenschaft!

Bist du erst einmal raus aus deinem gewohnten Umfeld und mit neuen Dingen umgeben, entdeckst du,  dass es mehr gibt als nur Parties und das Fitnessstudio um die Ecke. Tauchen auf den Philippinen, Surfen in Kalifornien, Kite-Surfen in Brasilien, spirituelle Erfahrungen auf Bali, Segeln in Griechenland, Kayaking mit wilden Orcas in Skandinavien, Yoga in Indien, Reiten in den Rocky Mountains, Skydive in Australien – die Möglichkeiten sind unerschöpflich.

Wer weiß, vielleicht findest du eine Leidenschaft fürs Leben, die dich packt und nie wieder loslässt! Sind deine bisherigen Hobbies wirklich das, was du machen willst? Oder hat sich das nur aus Mangel an Alternativen und Ideen ergeben? Vielleicht entdeckst du auch, dass dir deine Hobbies von Zuhause fehlen und beschließt nach deiner Rückkehr mehr darin zu investieren. Egal was das Ergebnis nach deiner Reise sein wird: Sei neugierig und probiere dich aus, es lohnt sich!

 

Lerne Herausforderungen zu meistern

Auf Reisen wird man sanft in eine Situation der Desorientierung geworfen. Wo ist die nächste Bushaltestelle? Wo gibt es gutes und günstiges Essen? Wie gut ist eigentlich noch das Schul-Englisch? Solche Situationen von Zeit zu Zeit zu meistern, erweitert unsere Eigenständigkeit auch zu Hause. Dafür muss keine Dschungel-Survival-Safari gebucht werden, es reicht, einfach mal eine fremde Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Herausforderungen auf Reisen zu meistern und sich zurechtzufinden ist ein richtiger Kick für das eigene Selbstbewusstsein. Selbst wenn man sich von Zeit zu Zeit etwas verloren vorkommt, so ist das Glücksgefühl danach einfach unbeschreiblich…

 

Freundschaften fürs Leben

Ein weiterer Bonus, wenn viel gereist wird: Gesprächsthemen bleiben nie aus. Man hat die Möglichkeit, anderen von den eigenen Abenteuern zu erzählen oder sich mit anderen Reisenden auszutauschen. Im Urlaub können auch mit Mitreisenden neue Freundschaften geschlossen werden, oft gibt es Hotels und Regionen wo überwiegend Europäer einkehren. Es sei denn natürlich, genau das soll vermieden werden und die volle Ladung „Neues“ ist gewünscht. Letzteres würde ich euch unbedingt empfehlen! Freundschaften mit Mitreisenden sind sicherlich wertvoll, doch die schönsten Momente habe ich auf meinen Reisen hauptsächlich im Kreise von Einheimischen erlebt, die mich willkommen geheißen haben. Oft sind daraus ganz besondere Freundschaften entstanden. Die Welt ist groß und selbst wenn wir viel reisen, sehen wir nur einen Bruchteil. Warum den verpassen? Auf geht’s ins Abenteuer!

 

Was haben deine Reisen dich bisher gelehrt? Hast du neue Leidenschaften für dich entdeckt und vielleicht sogar wertvolle Freundschaften geschlossen? Rein damit in die Kommentare! 

 

Viele Grüße

Deine Jenny

Von | 2017-08-08T19:49:20+00:00 April 16th, 2017|Travel|0 Kommentare

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