Die Pingxi Railway Line ist eine alte Eisenbahnlinie, auf der früher Kohle transportiert wurde. Noch heute kann man dort die Überbleibsel aus Zeiten der Bergarbeiter sehen. Jedoch werden nun, anstatt Kohle, Touristen befördert, denn entlang der Strecke bis nach Jington gibt es so einiges zu entdecken.

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Dies sind die Haltestellen der Pingxi Railway Line.

Am bekanntesten sind wohl die Orte Houtong, Shifen und Pingxi.

In Houtong dreht sich einfach alles um Katzen. Der Ort wird deshalb auch als Cat Village (Katzendorf) bezeichnet. In Shifen und Pingxi hingegen kann man riesige, bunte Himmelslaternen beschriften oder bemalen und gen Himmel steigen lassen. Zudem gibt es in Shifen noch einen Wasserfall, welchen man besichtigen kann.

Anreise zur und Fahrt mit der Pingxi Railway Line

Wer mit der Pingxi Railway Line fahren möchte, steigt in Ruifang zu. Dorthin gelangt man vom Hauptbahnhof in Taipei am besten mit dem Zug. Die Fahrzeit beträgt, je nach Zug, etwa 30 bis 60 Minuten. In Ruifang angekommen, muss man in die Pingxi Railway Line umsteigen.

Aber aufgepasst, die Pingxi Railway Line fährt in Ruifang nur einmal stündlich los. Auf dieser Internetseite können die Zugfahrzeiten herausgefunden werden.

Von Ruifang bis zur Endstation Jington dauert die Fahrt mit der Pingxi Railway Line etwa eine Stunde.

Das Houtong Cat Village

Für uns heißt es erstmal nicht lange mit dem Zug fahren, denn das Houtong Cat Village ist gleich der erste Stopp nach Ruifang. Wie oben schon geschrieben, dreht sich dort einfach alles um Katzen, die das Dorf bevölkern.

Wie Houtong zum Katzendorf wurde

Früher wurde in Houtong haufenweise Kohle abgebaut. Als die Kohlegrube aber in den 90er Jahren geschlossen wurde, zogen viele Menschen weg und die Einwohnerzahl verringerte sich schlagartig. Zurück blieben obdachlos gewordene Katzen.

2008 fing eine ortsansässige Katzenliebhaberin an, sich um all die streunenden Tiere zu kümmern. Sie veröffentlichte Fotos im Internet, Freiwillige wurden darauf aufmerksam, engagierten sich und die Anzahl der Katzen nahm zu. Das Dorf wurde immer berühmter.

Heute leben in dem kleinen Ort über 200 Katzen und Katzenliebhaber kommen dort voll auf ihre Kosten.

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Willkommen in Houtong.

Die Katzen in Houtong

Egal, ob schwarz-weiß, rot, getigert, grau, groß, klein – in Houtong findet man einfach sämtliche Katzen in den verschiedensten Farben und Musterungen vor. Eines haben sie aber alle gemeinsam: sie sind ziemlich dick, denn an Futter mangelt es ihnen definitiv nicht.

Im ganzen Dorf wurden nämlich „Futterstationen“ errichtet. Touristen können zusätzlich Katzenfutter kaufen und die Tiere füttern. Sind sie dann satt, haben sie eine riesige Auswahl an Schlafplätzen. Auch davon gibt es, über das ganze Dorf verteilt, genügend. Egal, ob in den Häuschen am Fluss, im Bahnhofsgebäude, im Souvenirladen oder im Café – überall räkeln sich die Tiere und schnurren zufrieden, wenn man sie streichelt.

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Diese Katze empfängt uns gleich bei der Ankunft am Bahnhof.

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Die „Futterstationen“ für die Katzen sind über den ganzen Ort verteilt.

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Hier wurden extra kleine Häuschen als Schlafplätze für die Katzen aufgestellt.

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Diese Katze macht es sich gerade im Souvenirladen bequem.

Katzensouvenirs, „Oh Tannenbaum“ auf MiauMiau und noch mehr Katzen

Unserer Meinung nach ist den Leuten hier das Katzenthema schon echt ein bisschen über den Kopf gewachsen, denn es ist wirklich unglaublich, was man kaufen kann und vorfindet. Wir gehen in einen Souvenirladen, wo doch tatsächlich das Lied „Oh Tannenbaum“ MIAUT wird!! Die Verkäuferin trägt Katzenohren auf dem Kopf und es hat einfach ALLES etwas mit Katzen zu tun – angefangen bei kleinen Kuchen in Katzenkopf- oder Pfotenform bis hin zu Katzenohrringen, Katzensocken, Katzenhandyhüllen, Katzenlinealen und Katzentesafilmen.

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Hier gibt es kleine Kuchen in Katzenkopf- oder Pfotenform zu kaufen. Dahinter die Verkäuferin mit Katzenohren auf dem Kopf.

Die Krönung ist ein kompletter Laden voll mit Manekineko (Winkekatzen) in den verschiedensten Ausführungen. In den kleinen Cafés und Restaurants kann man sich dann noch ein Katzenbier, Katzenkuchen oder Katzenwindbeutel bestellen.

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In einem Laden gibt es Manekinekos in den verschiedensten Ausführungen.

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Sogar Katzenwindbeutel kann man in einem Café bestellen.

Und da es scheinbar noch nicht genug echte Katzen gibt, entdecken wir auch Plastikkatzen in Menschengröße, Schilder mit Katzen, bemalte Mauern mit Katzen und Pappaufsteller mit Katzen. Zudem kann man an einem großen Bildschirm eine Postkarte mit einem Bild von sich plus Bild von einer Katze gestalten. Das haben wir natürlich ausprobiert.

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Katzen aus Plastik in Menschengröße.

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Ein Wegweiser mit Katze, der zu noch mehr Katzen führt.

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In Houtong wurden sogar Mauern mit Katzen bemalt.

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Auch Postkarten mit Katzen können selbst gestaltet werden.

Abschied von den Katzen und Weiterfahrt nach Shifen

Nachdem wir, besser gesagt ich zig Katzen gestreichelt habe, wir alle möglichen Kuriositäten fotografiert und genug von „Oh Tannenbaum“ auf MiauMiau haben, machen wir uns mit dem nächsten Zug auf den Weg nach Shifen.

Bunte Himmelslaternen und der Wasserfall in Shifen

Nach drei weiteren Stationen kommen wir dort auch schon an. Der Zug fährt wirklich direkt durch den Ort und rechts und links, ganz nah an den Gleisen, stehen die Häuser.

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Das Bahngleis führt ganz nah an den Häusern vorbei.

Shifen Old Street

Gleichzeitig ist das Bahngleis durch Shifen auch die Shifen Old Street. Hier spielt sich alles ab. Es gibt zahlreiche Cafés und Restaurants wie auch Geschäfte, in denen man riesige, bunte Himmelslaternen kaufen kann.

Wir sehen zu, wie die Leute die Laternen mit ihren Wünschen bemalen und beschriften. Anschließend zünden sie sie auf dem Bahngleis an und lassen sie steigen. Eine leuchtende Laterne nach der anderen erhebt sich in den Himmel. Dabei bleibt auch mal eine im Baum hängen, der dann etwas Feuer fängt oder kommt den Häusern und Menschen ziemlich nah. Scheint also auch nicht ganz so ungefährlich zu sein.

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Hier wird gerade eine Laterne mit Wünschen bemalt und beschriftet.

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Nach der Beschriftung lässt man die Laternen auf dem Bahngleis gen Himmel steigen.

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Den Häusern kommen sie dabei manchmal gefährlich nahe.

Ein schönes Bild ist es aber allemal, die Laternen am Himmel zu betrachten. Einmal pro Stunde leert sich dann das Bahngleis, wenn der nächste Zug ankommt. Dann heißt es nichts wie runter von den Gleisen.

Kleiner Tipp: Am besten nicht am Wochenende und schon vormittags nach Shifen kommen. Wie waren am Sonntagnachmittag dort und es war die Hölle los.

Shifen Waterfall

Entlang der Shifen Old Street stehen bereits Schilder, die den Weg zum nahegelegenen Wasserfall weisen. Diesen erreichen wir schon nach nur 30 Minuten Fußweg. Eintritt wird nicht verlangt.

Der Wasserfall ist zwar nicht sehr hoch, aber angeblich der breiteste Wasserfall Taiwans. Er ist ganz schön anzusehen, aber für unseren Geschmack sind einfach viel zu viele Touristen hier und so machen wir uns bald wieder auf den Rückweg.

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Der Shifen Waterfall.

Pingxi

Hat man von Himmelslaternen noch nicht genug, so kann man mit dem Zug noch ein Stückchen weiter nach Pingxi fahren.

Genau wie in Shifen kann man auch dort Laternen auf dem Bahngleis steigen lassen und durch die Old Street gehen. Pingxi ist weiterhin für das allerjährliche Lantern Festival bekannt, welches im Februar stattfindet.

Aus zeitlichen Gründen haben wir Pingxi jedoch ausgelassen. Nachfolgend haben wir ein kurzes Video vom Pinxi Lantern Festival 2017 eingefügt.

Rückfahrt nach Ruifang und Weiterfahrt nach Taipei

Nachdem wir in Shifen nochmals ein paar steigende Himmelslaternen betrachten haben, fahren wir mit der Pingxi Railway Line nach Ruifang zurück. Dort angekommen, holen wir unser Gepäck aus dem Hostel und machen uns sogleich wieder auf den Weg zum Bahnhof, um den nächsten Zug nach Taipei zu erreichen. Tickets kaufen wir kurzfristig vor Ort mit unseren Easycards.

Eine Stunde später sind wir dann auch schon wieder in der Hauptstadt Taiwans, wo unsere Rundreise angefangen hat und in ein paar Tagen enden wird. Was wir dort noch gemacht haben, werden wir in Kürze in unserem Reisebericht über Taipei (auf den orangen Link klicken, um zum Reisebericht zu gelangen) ergänzen.

Von | 2018-01-20T18:19:08+00:00 Januar 20th, 2018|Asien, Reiseberichte, Reiseziele, Taiwan, Travel|0 Kommentare

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