On the Road mit Alfred und wie wir auf einem Weingut gelandet sind

Und plötzlich sind wir wirklich in Neuseeland

Wie im letzten Reisebericht schon erwähnt, sind wir nun auf dem Weg Richtung Norden und verlassen die Stadt Auckland mit unserem Campervan Alfred. Jetzt erblicken wir auch das Neuseeland, das wir uns vorgestellt haben.

Leuchtend grüne Wiesen (wurden die vielleicht noch zusätzlich mit einem grünen Leuchtstift angemalt??) mit kleinen Wildblumen, sanfte Hügel, Kühe und Schafe. Dann wieder Farne, die wie Palmen aussehen, Wälder, die an unsere Wälder daheim erinnern und dazwischen Strand und Meer. Bei einem kurzen Zwischenstopp betrachten wir die rauschenden Wellen. Wow, wie vielseitig und unterschiedlich Neuseeland einfach ist! Wir sind jetzt schon begeistert, obwohl wir ja noch nicht mal viel gesehen haben.

Waipu Caves

Kurzer Zwischenstopp am mit Muscheln übersähten Strand.

Kleiner Tipp: Um den kurzen kostenpflichtigen Abschnitt auf dem Highway 1 zu umgehen, kann man einfach einen kleinen Umweg auf der Landstraße von Orewa bis Waiwera machen. Achja und der Highway ist absolut nicht mit einer Autobahn zu vergleichen. Es gibt dazwischen Kreisverkehre, Einfahrten zu Privatgrundstücken und Zufahrten zu Schotterwegen (unsealed roads). Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Highway ist übrigens 100 km/h.

Wo schlafen wir jetzt heute Nacht?

Es ist mittlerweile schon später Nachmittag geworden und wir sollten uns mal darüber Gedanken machen, wo wir heute Nacht schlafen wollen. Also halten wir in dem kleinen Ort Kaiwata an und suchen mithilfe der Apps Campermate und WikiCamps (Erklärung im Reisebericht über Auckland) nach einem geeigneten Campingplatz. Leider gibt es in der Nähe keinen kostenlosen Platz und so sitzen wir ein bisschen ratlos da, bis kurz darauf eine Neuseeländerin auf uns zukommt und uns fragt, ob sie uns helfen könne.

Wir erklären ihr, dass wir gerade auf Campingplatzsuche seien und ob sie einen Tipp für uns habe. Sie überlegt nur kurz und meint dann wie selbstverständlich: „Ihr könnt mit zu uns kommen. Ich laufe nur noch schnell in den Supermarkt und hole ein Eis. Mein Mann ist auch noch drin. Ihr könnt ja kurz überlegen, ob ihr Lust darauf habt. Ihr braucht auch nichts zu bezahlen.“

Na, also wenn wir schon so ein Angebot bekommen, müssen wir das auf jeden Fall annehmen. Das ist wohl auch für Jennimay und ihren Mann Ross klar, denn die meinen nur, dass wir ihnen einfach folgen sollen.

Willkommen bei Millars Vineyard

Mit unserem Campervan fahren wir den beiden hinterher und sind sehr gespannt, was uns erwartet. Haben die jetzt einen Campingplatz zu Hause oder ist das privat? Schlafen wir heute Nacht am Meer, auf einem Hügel mit toller Aussicht, auf einer Wiese oder im Wald??

Es geht durch die schöne Landschaft, vorbei an Farmen, süßen Briefkästen (die stehen hier schön aufgereiht an der Straße in den unterschiedlichsten Designs) und weidenden Kühen.

Waipu Caves

Aneinandergereihte Briefkästen in verschiedenen Designs sieht man überall in Neuseeland. Hier dienen sogar alte Mikrowellen als Briefkästen.

Dann fahren wir über eine Schotterstraße einen steilen Berg hinunter, über einen Bach und plötzlich erstreckt sich vor uns Millars Vineyard: ein riesengroßes Feld mit Weinstöcken, eine Wiese mit verschiedenen Obstbäumen, ein Feld mit Olivenbäumen, ein Ententeich und dahinter ein Haus, eingebettet zwischen den grünen Hügeln, auf denen Kühe grasen. Wir sind auf einem Weingut gelandet!

Und wieder erleben wir die Gastfreundschaft und Offenheit der Neuseeländer

Und damit noch nicht genug. Wir sind wirklich baff angesichts der Gastfreundschaft von Jennimay und Ross. „Ihr könnt euch hinstellen, wo ihr wollt, aber wir dachten direkt neben dem Pavillon auf der Wiese wäre es doch ganz schön. Da könnt ihr euch darunter setzen und es gibt auch einen Stromanschluss. Hier habt ihr noch ein Spiel. Achja und zögert nicht, bei uns zu klopfen, wenn ihr irgendwas braucht.“

Jennimay zeigt uns noch das Bad in der kleinen Halle neben dem Haus und es liegen sogar Handtücher für uns bereit. Weiterhin gibt es darin auch eine Küche, die wir benutzen können. Sie heißt uns nochmal Willkommen und umarmt uns.

Nachdem wir uns ein bisschen eingerichtet haben und es noch gar nicht fassen können, wo wir gelandet sind, gehen wir mit Jennimay die riesigen Aale unten im Fluss füttern. Dabei erzählt sie uns ein bisschen was über sich, ihre Familie und Neuseeland.

Anschließend gibt sie uns noch ihre Telefonnummer und schärft uns ein, dass wir jederzeit anrufen können, wenn wir irgendwas brauchen. Zudem dürfen wir uns noch ordentlich mit frisch gepflückten Avocados eindecken.

Waipu Caves

Unser heutiger Übernachtungsplatz.

Waipu Caves

Direkt dahinter erstreckt sich das große Feld mit den Weinstöcken.

Endlich mal wieder selber kochen

Und dann heißt es endlich: Gaskocher auspacken und mal wieder selber kochen!! Auch das haben wir seit Ende September nicht mehr gemacht, denn in Asien hatten wir bei unseren Unterkünften nie eine Küche dabei und da das Essen dort so billig ist, hat sich das sowieso erübrigt.

Offensichtlich haben wir das Kochen noch nicht ganz verlernt, denn eine Reis- und Gemüsepfanne können wir noch zubereiten. 😉

Waipu Caves

Zum ersten Mal auf Weltreise wird wieder selbst gekocht.

Und plötzlich kam das Fieber

Sooo, eigentlich dachten wir, dass wir mit dem Verlassen von Asien und der Ankunft in Neuseeland sämtliche fremde Bakterien hinter uns gelassen haben, aber noch am selben Abend bekommt Peter ziemlich hohes Fieber. Wir können uns nicht erklären, wo er sich das eingefangen hat. Vielleicht noch in Kambodscha?

Wir hoffen einfach mal, dass ganz viel Schlaf, Paracetamol und Schwitzen zur baldigen Besserung führen. Während es die ganze Nacht nur so aus Eimern schüttet und dadurch sogar Wasser in den Camper dringt und die Matratze durchnässt, ist am nächsten Morgen zumindest das Fieber einigermaßen weg.

Waipu Caves

Wir verabschieden uns von Millars Vineyard und fahren weiter gen Norden.

Weiter in den Norden bis zu den Waipu Caves

Vier Jahreszeiten an einem Tag

Da der restliche Gesundheitszustand dennoch etwas zu wünschen übrig lässt, schaffen wir es heute nur ein Stückchen (40 Kilometer) weiter hoch in den Norden. Wir fahren an der Küste entlang bis zu dem kleinen Ort Waipu. Dabei kommen wir an der Waipu Cove, einem richtigen Surferstrand mit großen Wellen und Sanddünen, vorbei, wo wir kurz Halt machen.

Jetzt wissen wir auch, was mit dem Satz „four seasons in one day“ (vier Jahreszeiten an einem Tag), den man hier oft zu sagen pflegt, gemeint ist. Wir haben gerade eher vier Jahreszeiten im selben Moment: Nieselregen, Wind, Sonne, blauer Himmel, graue Wolken und schwarze Wolken. Mit dem Zwiebelschalenprinzip fährt man in Neuseeland auf jeden Fall ganz gut.

Schotterstraßen zählen zu den normalen Straßen in Neuseeland

Auf den Weg zu den Waipu Caves verwandelt sich die Teerstraße plötzlich in eine Schotterstraße und unseren Alfred zerlegt es beinahe. Unglaublich, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung hier 100 km/h ist. Im Gegensatz zu den Fahrzeugen mit Allrad schaffen wir da nicht mal die Hälfte.

Auf der weiteren Reise durch Neuseeland haben wir übrigens festgestellt, dass diese Straßen zu den normalen Straßen für die Neuseeländer zählen. Gerade auf der Nordinsel haben wir davon zahlreiche passiert und Alfred hat alles heil überstanden. Normalerweise gibt es auch immer geteerte Straßen, aber wir haben einfach oft Abkürzungen über die „unsealed roads“ genommen. Zudem konnten wir die Landschaft dadurch viel mehr genießen und noch öfter anhalten, als wir es eh schon getan haben.

Aufgepasst: Bei manchen Camper- und Autovermietungen wird ausdrücklich vorgeschrieben, dass man nur auf geteerten Straßen (sealed roads) fahren darf. Dank unserer Versicherung konnten wir aber auch über die Schotterstraßen fahren.

Waipu Caves

Aussicht auf den Bream Bay während der Fahrt.

Waipu Caves

Bei den Waipu Caves angekommen, wird Peter erstmal nach hinten in den Camper verfrachtet, um sich gesund zu schlafen. Währenddessen schaue ich mir an, was es mit den Waipu Caves auf sich hat. Es handelt sich dabei um Höhlen, in denen es zahlreiche Glühwürmchen zu sehen gibt. Also theoretisch…ich habe nämlich keine entdeckt, aber wahrscheinlich muss man einfach nur noch weiter in die Höhle hineingehen. Irgendwie auch logisch, denn da ist es erst so richtig dunkel. Auf jeden Fall sollte man sich darauf einstellen, dass es matschig und nass wird, da man ein Stück durch das Wasser waten muss.

Waipu Caves

Der Eingang zu den Waipu Caves.

Waipu Caves Track

Wenn es schon keine Glühwürmchen gibt, dann zumindest eine kleine Wanderung. Der 1,5-stündige Waipu Caves Track führt zunächst vorbei an Kalksteinfelsen, über grüne Wiesen, durch dschungelartigen Wald und am Ende wird man mit einer schönen Aussicht belohnt.

waipu caves

Wanderung auf dem Waipu Caves Track.

Waipu Caves

Plötzlich wird aus dem Wald ein Dschungel.

Übernachtung auf dem kostenlosen Campingplatz

Wir entscheiden uns, gleich auf dem kostenlosen Campingplatz bei den Waipu Caves zu bleiben. Während Peter schläft, mache ich mich an die weitere Reiseplanung. Als es dunkel wird, entdecken wir über uns einen unglaublich leuchtenden Sternenhimmel und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Zudem lernen wir noch zwei Backpacker aus Bayern kennen und es wird letztendlich ein recht lustiger Abend.

Von den Waipu Caves bis zu den Whangarei Falls

Statt Guten Morgen gibt’s ein Muh

Mit den ersten Sonnenstrahlen wachen wir auf und auch Peter ist zum Glück wieder ziemlich fit. Nachdem wir die Vorhänge aufgezogen haben, entdecken wir friedlich weidende Kühe neben dem Campingplatz. So steht man gerne auf. Dank des guten Wetters können wir heute auch zum ersten Mal so richtig im Sonnenschein frühstücken.

Dabei sehen wir zu, wie die Kühe mit Quad und Hund entlang der Schotterstraße von der einen Weide auf die andere getrieben werden.

Waipu Caves

Am nächsten Morgen erblicken wir direkt neben dem Campingplatz friedlich weidende Kühe.

Waipu Caves

Und heute gibt es endlich mal ein Frühstück im Sonnenschein.

Whangarei Falls

Nachdem wir wieder alles zusammen gepackt haben, machen wir uns auf den Weg zurück zum Highway 1 und halten dabei schon wieder gefühlt zwanzig Mal an, weil wir einfach so begeistert von der Landschaft sind. Auf dem Highway 1 fahren wir weiter in die Stadt Whangarei, wo wir uns die Whangarei Falls ansehen.

Ein kurzer Rundweg führt dort um den 26 Meter hohen und total schönen Wasserfall. Der Besuch hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt.

Waipu Caves

Bei dieser Aussicht müssen wir einfach immer wieder anhalten.

Waipu Caves

Die Whangarei Falls.

Über die Russell Road zu den Bay of Islands

Anschließend entscheiden wir uns dazu, über die Russell Road zu den bekannten Bay of Islands zu fahren. Darüber gibt es im nächsten Reisebericht mehr zu lesen.

Von | 2018-04-03T08:54:19+00:00 April 3rd, 2018|Neuseeland, Ozeanien, Reiseberichte, Reiseziele, Travel|0 Kommentare

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