Aktueller Aufenthaltsort: Jiufen

Im Nordosten Taiwans, nicht weit von der Stadt Ruifang und etwa eine Stunde von Taipei entfernt, schmiegt sich das kleine Dorf Jiufen an einen Berg und gibt den Blick auf das Meer und die herrliche Landschaft Taiwans frei.

War es einst eher unscheinbar, so kommen heute Touristen über Touristen hierher, denn dieses Dorf ist mittlerweile berühmt geworden und jeder möchte es sehen…

Anreise nach Jiufen

Es gibt Busse, die direkt von Taipei aus bis Jiufen fahren. Weiterhin kann man auch mit dem Zug nach Ruifang (Dauer, je nach Zug: 35 bis 60 Minuten, Fahrzeiten können auf dieser Internetseite nachgeschaut werden) anreisen und dort einen Bus nach Jiufen nehmen. Die Fahrt mit diesem dauert maximal 15 Minuten (bei normalem Verkehr).

Info: Hier geht es übrigens zu unserem Reisebericht über Ruifang.

Unser erster Eindruck bei der Hinfahrt

Wir steigen direkt vor unserem Hostel in den Bus ein. An der Bushaltestelle freuen wir uns noch darüber, dass nicht so viel los ist, aber das ankommende Gefährt ist bereits proppenvoll. Und dabei sind wir doch noch relativ früh dran, denken wir uns.

Nur wenige Minuten später geht es schon steil den Berg hinauf und bald darauf erstreckt sich das Bergdörfchen Jiufen vor uns.

Genügend Zeit haben wir auf jeden Fall, um es von Weiten zu betrachten, denn wir stecken fest. Busse und Taxis schieben sich vor uns die Straße nach oben und Busse und Taxis kommen uns entgegen. Bei der Enge der Straße muss schon richtig hin- und herrangiert werden und das nimmt einige Zeit in Anspruch. Aber letztendlich kommen wir an unserem Ziel an. Wir setzen uns erstmal hin, beobachten das Treiben und überlegen nochmal, warum das Dorf denn jetzt eigentlich so berühmt geworden ist.

Warum Jiufen so berühmt wurde

Jiufen wurde durch einen bzw. zwei Filme berühmt. 1989 wurde dort nämlich der taiwanische Film „Die Stadt der Traurigkeit“ gedreht. Dabei wird die Geschichte der blutigen Niederschlagung von Aufständen in der taiwanischen Bevölkerung durch die Nationalchinesen 1947 behandelt. Nach der Ausstrahlung erlebte der Bergort einen wahren Touristenboom. Teehäuser, Souvenirläden und Cafés wurden eröffnet. Die Namen davon erinnern oft an den Film.

Jiufen

Eines der schönen Teehäuser. Der Tee wird hier direkt über dem Feuer gekocht.

Gerüchten zufolge soll das Stadtzentrum auch als Anregung für den japanischen Anime-Film „Chihiros Reise ins Zauberland“, der 2001 gedreht wurde, gedient haben. Deshalb ist Jiufen ebenfalls bei japanischen Touristen sehr beliebt.

Die Jiufen Old Street

Am bekanntesten ist wohl die Jiufen Old Street. Die Straße bzw. eher Gasse zieht sich über ein recht langes Stück durch den Bergort, ist zum größten Teil überdacht und gesäumt von unzähligen kleinen Cafés, Restaurants, Teehäusern und Souvenirläden.

Jiufen

Die Jiufen Old Street.

Jiufen

Sie wird von unzähligen Cafés, Restaurants, Teehäusern und Souvenirläden gesäumt.

Als wir durchgehen, ziehen über Jiufen dunkle, graue Wolken, aber das passt hier irgendwie wunderbar dazu. Alles ist in ein schönes, warmes Licht getaucht, überall hängen rote Laternen. Wir nehmen die ganzen Gerüche wahr, probieren Teesorten und essen kleine Probierhäppchen verschiedenster Süßigkeiten. Dazwischen fällt hin und wieder ein Regentropfen herab und so mittendrin fühlen wir uns plötzlich auf einen romantischen Weihnachtsmarkt nach Deutschland zurückversetzt, nur eben ein bisschen anders. Aber das macht ja nichts, Hauptsache das Gefühl kommt dabei auf, denn Weihnachtsmärkte vermissen wir hier ja schon ein bisschen. Alles was noch fehlt, sind eine Tasse Glühwein und eine Bratwurstsemmel.

Jiufen

Bekannt ist Jiufen auch für diese Laternen, die man überall sehen kann.

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An jeder Ecke gibt es leckere Probierhäppchen. Hier auf dem Bild: Süßes Gebäck aus Erdnüssen.

Hat man sich dann überall ein bisschen durchprobiert oder in einem Teehaus einen Tee gekostet, so kommt man ziemlich am Ende der Old Street zu einer tollen Aussichtsplattform, von welcher man auf das Bergdorf blicken kann. Wirklich schön! Wenn es duster wird, erhellen sich nach und nach die ganzen Fenster der Häuser und in der Ferne funkeln die Lichter der Boote auf dem Meer.

Jiufen

Wenn es dunkel wird, erhellen sich nach und nach die Fenster der Häuser am Berghang.

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Auf dem Meer funkeln die Lichter der Boote.

Abseits der Touristenpfade

Was die Touristenmassen betrifft, hätten wir uns das Gedränge viel schlimmer vorgestellt, aber wir haben noch genügend Platz. Es nimmt erst richtig zu, als wir uns schon auf dem Rückweg befinden. Besonders bei einer hinunterführenden Gasse finden wir einen ziemlichen Menschenauflauf vor. Hier muss eine sehr berühmte Szene für den Film „Die Stadt der Traurigkeit“ gedreht worden sein.

Wir erkunden auch mal die umliegenden Gassen und verlassen die Old Street. Los ist dort nichts mehr und da das Dorf am Berg liegt, bieten sich überall tolle Aussichten.

Gegenüber von Jiufen liegt weiterhin ein Berg, auf welchen man hinaufwandern kann. Aufgrund des Wetters weiß man nie, wann der nächste große Regenschauer kommt und wir lassen das lieber mal sein.

Jiufen

Überall kann man tolle Aussichtspunkte finden.

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Blick auf Jiufen. Vorne links ein traditionelles Teehaus.

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Auf diesen Berg kann man hinaufwandern.

Rückfahrt nach Ruifang

Nach circa drei Stunden machen wir uns auf den Rückweg zum Bus. Es fahren mehrere Busse und alle paar Minuten startet ein anderer in Richtung Ruifang. Spätestens jetzt sind wir überaus froh, dass wir schon um 15.00 Uhr hochgefahren sind. Hatten wir uns bei der Hinfahrt noch gedacht, dass viel los gewesen sei, so ist jetzt mindestens dreimal so viel los. Soweit das Auge reicht, sieht man die Scheinwerfer der Autos und Busse.

Kleiner Tipp: Gerade wenn man Jiufen am Wochenende besucht, sollte man schon früher dorthin aufbrechen, denn dies ist auch ein beliebtes Wochenendausflugsziel der Taiwanesen und es ist wirklich Wahnsinn, welche Touristenmassen sich zu dem kleinen Bergdorf nach oben schieben.

Fazit Jiufen

Uns hat es in Jiufen sehr gut gefallen. Die großen Touristenmassen konnten wir glücklicherweise noch umgehen und das Regenwetter hat für uns einfach richtig zu dem kleinen Bergort gepasst. Die Aussichten, die man dort hat, sind toll und auch durch die Jiufen Old Street zu gehen, fanden wir super – gerade weil wir dort dieses „Weihnachtsmarktgefühl“ bekommen haben und viele verschieden Leckereien probieren konnten. Wir behalten Jiufen als romantisch und nostalgisch in Erinnerung.

Von | 2018-01-20T17:29:16+00:00 Januar 20th, 2018|Asien, Reiseberichte, Reiseziele, Taiwan, Travel|0 Kommentare

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