Nach vier Nächten im Kenting Nationalpark, über den wir im letzten Reisebericht (hier klicken) geschrieben haben, geht es für uns mit dem Zug wieder hoch in den Norden Taiwans, in die Stadt Hualien, aber dieses Mal an der Ostküste entlang. Neben Taitung (liegt 200 km südlicher) ist Hualien mit 110 000 Einwohnern die einzige größere Stadt an der Ostküste. Allgemein ist die Ostküste nicht sehr dicht besiedelt und anstatt Stadtbesichtigungen stehen hier Erlebnisse in der Natur im Vordergrund.

Vor allem sind Radtouren entlang der Küste wie auch Ausflüge in den bekannten Taroko Nationalpark mit der gigantischen, von einem Fluss durchzogenen, Schlucht sehr beliebt.

Anreise von Kenting nach Hualien

Hualien ist leicht zu erreichen. Von Taipei fahren mehrmals täglich Busse wie auch Züge. Ebenfalls kommt man von Kenting problemlos dorthin.

Scheitert unser Plan?

Von unserem Hostelbesitzer wurden uns am Tag zuvor noch die genauen Bus- und Zugzeiten aufgeschrieben und anhand dieser Infos teilen wir uns den Tag so ein, dass wir um 15.00 Uhr gemütlich den Zug erreichen können. Als wir dann um 13.30 Uhr aufbrechen wollen, ist er ganz überrascht und erklärt uns, nachdem er einen Blick ins Internet geworfen hat, dass um 15.00 Uhr gar kein Zug fahre, sondern erst um 18.30 Uhr. Oh neiiiiiiin! Na toll!

Zug nach Taitung und von dort mit dem Zug weiter nach Hualien

Glücklicherweise fällt uns aber wieder ein, dass man auch einen Zug nach Taitung und von dort einen anderen Zug nach Hualien nehmen kann. Jetzt erklären wir ihm den Zugfahrplan, was ihm dann auch recht logisch erscheint. Also nichts wie auf zum Bus!

Kenting Express Bus bis Fangliao

Wir fahren wieder mit dem Kenting Express Bus (Bezahlung im Bus, Kosten: 183 Taiwanesische Dollar – 5,23 Euro pro Person), der einmal stündlich abfährt und zwischen Kenting und Kaohsiung ein paar Stopps einlegt. Nach etwa einer Stunde erreichen wir den kleinen Ort Fangliao, wo wir in den Zug einsteigen müssen. Mit der Nachahmung von Zuggeräuschen (tschtschtsch, tüüüüt tüüüüüt) wird uns dort von einem netten Herrn der Weg zum Bahnhof erklärt (nur einmal links um das Gebäude rum, vor dem der Bus hält).

Hualien

Zwischen Kenting und Kaohsiung hält der Kenting Express Bus an diesen Stationen.

Von Fangliao über Taitung nach Hualien

Wenige Minuten später erhalten wir zwei Zugtickets mit Wagon- und Platznummern nach Taitung wie auch zwei Tickets von dort aus nach Hualien (Kosten gesamt: 566 Taiwanesische Dollar – 16 Euro pro Person). Anstatt bis 18.30 Uhr müssen wir nun nur noch eine Stunde warten und freuen uns über den Hello Kitty Zug, mit dem wir anschließend mitfahren dürfen. 😀 Die Beinfreiheit ist übrigens ein Traum!

Hualien

Mit dem Hello Kitty Zug geht die Fahrt los.

Hualien

Über die Beinfreiheit kann man sich hier nicht beschweren.

Und das kann man auch über die Aussicht sagen. Der Zug fährt meist direkt am Meer entlang und man kommt an traumhaften Küstenabschnitten vorbei. War das Wetter in Kenting und Fangliao allerdings noch strahlend schön, verdunkelt sich der Himmel hier mehr und mehr und die Wellen peitschen nur so an den Strand.

Hualien

Die Aussicht, welche sich bei der Zugfahrt entlang der Ostküste bietet.

Dreieinhalb Stunden später stehen wir im Wind und Regen in Hualien.

Das WOW Hostel

Gut, dass es vom Bahnhof bis zu unserem Hostel, dem WOW Hostel, nur wenige Meter sind und so bringen wir den Weg in unseren Sommerklamotten schnell hinter uns.

Das WOW Hostel ist, nach dem We Come Hostel in Taipei, das zweitschönste Hostel in Taiwan für uns. Wir haben ein gemütliches Doppelbett im Dorm Room und auch das Badezimmer ist sehr sauber und modern. Besonders gut gefällt uns aber der riesige, im Fabrikstil designte, Aufenthaltsraum. Dort gibt es eine Küche, viele Sitzgelegenheiten und eine riesige Fensterfront, von wo aus man auf die darunterliegende Straßenkreuzung blicken kann.

Weiterhin kann man sich jeden Morgen selbst Spiegel- oder Rühreier machen. Dazu gibt es Toast mit Marmelade, Käse etc. wie auch frische Orangen.

Müde von der Anreise suchen wir uns heute Abend nur noch schnell etwas zu essen, setzen uns ein bisschen in den Aufenthaltsraum und fallen wenig später ins Bett.

Hualien

Das WOW Hostel von außen.

Hualien

Der schöne, im Fabrikstil designte, Aufenthaltsraum.

Hualien

Die Küche im Aufenthaltsraum.

Was gibt es in Hualien zu sehen und zu unternehmen?

Insgesamt sind wir vier volle Tage in Hualien. In der Stadt an sich gibt es allerdings nicht besonders viel zu sehen. Da wir an zwei Tagen ziemlich schlechtes Wetter haben, nutzen wir die Zeit für Dinge wie Reiseberichte schreiben, Bilder aussortieren usw. Langweilig wird es uns jedenfalls nicht.

Dongdamen Nightmarket

Ebenfalls besuchen wir den Dongdamen Nachtmarkt. Anders als die bisherigen Nachmärkte erinnert uns dieser mit den Essensbuden und den zwei großen, überdachten Hallen, in die man sich zum Essen setzen kann, an ein kleines Volksfest. Es gibt auch den ein oder anderen Straßenkünstler, der seine Lieder zum Besten gibt und ein kleines Riesenrad.

Hualien

Der Dongdamen Nachtmarkt.

Buns bei Gongzheng Baozi essen

Auf diesen Imbiss stoßen wir durch Zufall und stellen danach fest, dass er vom Hostel bereits fett in unsere Karte eingezeichnet wurde. Die Leute stehen Schlange davor und das bedeutet für uns: Hier gibts leckeres Essen, also nichts wie hin!

Gongzheng Baozi ist für seine Buns (Dampfbrötchen), die mit Schweinfleisch gefüllt sind, bekannt. Dazu gibt es verschieden Soßen. Die gefüllten Teigbrötchen werden in aufeinandergestapelte Dampfkörbe gelegt, gedämpft und dann auch in den Körben serviert. Einfach köstlich!

Hualien

Vor Gongzheng Baozi stehen die Leute Schlange für die leckeren Buns. Links sieht man auch die aufeinandergestapelten Dampfkörbe, in denen die Buns zubereitet werden.

Hualien

Und so sieht es dann aus, wenn man sie serviert bekommt.

Spaziergang am Flussufer, Park, Tempel

Weiterhin finden sich auch in Hualien immer wieder Tempel, welche man besichtigen kann. Zudem kann der Nanbin Park besucht oder einfach ein Spaziergang am Flussufer unternommen werden. Ein Muss ist davon aber nichts.

Tour in den Taroko Nationalpark

Natürlich unternehmen wir von Hualien aus eine Tour in den Taroko Nationalpark. Den Reisebericht findest du hier (einfach auf den orangen Link klicken).

Radtour entlang der Ostküste

An unserem vorletzten Tag in Hualien steht nach unserer Tour in den Taroko Nationalpark nochmal Natur pur auf dem Plan und wir entscheiden uns für eine Radtour entlang der Ostküste. Wenn man genug Zeit hat, sollte man das auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Die Fahrt entlang der Küste mit dem Fahrrad ist wirklich traumhaft und es wimmelt überall nur so von Radwegen.

Tipp: Man kann sogar eine mehrtägige Radtour von Hualien bis nach Taitung oder umgekehrt unternehmen. Das große Gepäck kann man dabei für wenig Geld am jeweiligen Bahnhof aufgeben und zum anderen Bahnhof schicken lassen, wo man es dann wieder abholt. Weiterhin gibt es sogar Radtouren, die einmal um ganz Taiwan führen.

Gleich neben unserem Hostel befindet sich ein Fahrradverleih, wo wir top funktionierende Räder (natürlich von dem taiwanesischen Hersteller Giant) bekommen. Dann geht es entlang des Flusses in Richtung Osten bis zum Meer.

Hualien

Bereit machen für die Radtour. Am Ufer des Flusses entlang geht es erstmal bis zum Meer.

Von Hualien bis zur Qixingtan Scenic Area

Am Meer angekommen, kann man gleich an der Flussmündung ein paar Surfer beobachten. Für uns geht es einfach mal der Nase nach weiter zur Küste und von dort aus in Richtung Norden. Zuerst fahren wir durch einen großen und langen Park, kommen am Hafen vorbei und radeln schließlich nur noch am Meer entlang.

Die Wellen schlagen mit einer wahnsinnigen Kraft an die Küste. Wir halten immer wieder an und genießen den Moment.

Hualien

Dem Wellenrauschen lauschen.

Nachdem wir ein Stück den Hügel hinaufgeradelt sind, kommen wir zu einem tollen Aussichtspunkt und ja, auch in Taiwan kann man absolut türkisblaues Wasser sehen.

Hualien

Türkisblaues Wasser entlang der Qixingtan Scenic Area.

Hualien

Davon kriegt man einfach nicht genug.

Der-Yen Beach

Am langen Der-Yen Beach angelangt, sehen wir entlang des Radweges immer wieder Folgen von kleinen Erdbeben. Die Wege sind dann einfach weggebrochen und man muss das Stück irgendwie umgehen. Uns wird wieder vor Augen geführt, welche Kräfte die Natur eigentlich hat.

Der Wind pfeift nur so über den Strand und wir haben gerade eher das Gefühl, an der Ostsee zu sein. Dennoch kann man hier wunderbar spazieren gehen.

Es gibt auch ein paar kleine Verkaufsstände, an denen es Essen gibt und die mit Planen umgeben vom Wind geschützt werden sollen.

Hualien

Menno, wo ist denn hier plötzlich der Radweg hin!?

Hualien

Der Der-Yen Beach.

Rückfahrt nach Hualien

Am Ende des Strandes hört der Radweg abrupt auf. Wir kehren also um und fahren wieder den gleichen Weg zurück nach Hualien. Da wir dieses Mal nicht so sehr mit Fotos machen und Aussicht genießen beschäftigt sind, kommen wir dort nach einer Stunde an.

Entlang der Promenade radeln wir noch ein Stückchen gen Süden, bevor wir in unsere Unterkunft zurückkehren.

Hualien

Und jetzt geht es wieder zurück nach Hualien.

Ausklang des Tages mit einem kleinen Erdbeben

Heute steht noch Reiseberichte schreiben auf dem Plan und zum letzten Mal die köstlichen Buns genießen.

Als wir wieder zurück ins Hostel kommen, lernen wir einen Taiwanesen aus Taipei kennen, der hier gerade Urlaub macht. Von ihm erfahren wir noch so einiges über Taiwan und können uns aufgrund seiner guten Englischkenntnisse super mit ihm austauschen.

So schön ins Gespräch vertieft, wundere ich mich plötzlich, warum mir auf einmal so schwindlig wird und auch Peter äußert dies im gleichen Moment. Reaktion des Taiwanesen: „Ahh, das war jetzt ein kleines Erdbeben. Lasst uns mal warten, ob es schlimmer wird.“ Er: völlig tiefenentspannt, wir: völlig geschockt! (Im Nachhinhein hat er sich wahrscheinlich kaputt gelacht über uns.)

Nach einer Minute Abwarten meint er: „Okay, kommt nix mehr, das wars schon.“ Wahnsinn, für die Taiwanesen sind solche Beben einfach so normal wie für uns ein Hagelschauer. Er zeigt uns anschließend sogar eine „Erdbeben-App“, mit welcher man genau lokalisieren kann, wo das Beben war und wie schlimm es war.

Weiterreise nach Ruifang

Am nächsten Tag heißt es für uns Ab- und Weiterreise in den kleinen Ort Ruifang, der nur noch eine Stunde von Taipei entfernt liegt. Nach dem nächsten Reisebericht über die Taroko-Schlucht gibt es dann mehr Infos darüber, warum das kleine Bergdörfchen Jiufen so beliebt wurde, wie ein Katzendorf aussieht und wo man am besten riesige Laternen steigen lassen kann.

Von | 2018-01-14T10:53:14+00:00 Januar 11th, 2018|Asien, Reiseberichte, Reiseziele, Taiwan, Travel|0 Kommentare

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