Allgemeines über Street Food

Was ist Street Food?

Als Street Food bezeichnet man eine Mahlzeit, welche meist bei einem fahrbaren Verkaufsstand, Imbiss oder Markt gekauft wird. Das Wort Street Food leitet sich von den beiden englischen Wörtern street für Straße und food für Essen ab. Hieraus ergibt sich im Deutschen das Wort „Straßenessen“.

Street Food wird meist vor den Augen des Kunden zubereitet. Das fertige Gericht kann danach sofort an Ort und Stelle, entweder ohne Besteck oder mithilfe von Stäbchen, Gabel oder Löffel, verzehrt werden. Serviert wird es auf einem Pappteller oder in einer Schüssel. Die Verkäufer sind meist Einzelunternehmer und bereiten das Essen an ihren kleinen Straßengarküchen zu. Häufig hilft die ganze Familie bei einem „Street Food Cart“ mit.

Street Food

Eine Garkücke in der Khao San Road in Bangkok, Thailand.

 

Street Food

Eine Garkücke in Taipei, Taiwan.

Wo gibt es Street Food?

Street Food stammt überwiegend aus den asiatischen und afrikanischen Ländern. Länder, wie beispielsweise Thailand, Vietnam, Indien oder auch Taiwan sind berühmt für ihre hervorragenden Küchen und wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

Wir haben für dich besondere Street Food Gerichte aus einigen Ländern zusammengefasst, welche du mindestens einmal in deinem Leben probiert haben musst:

  • Thailand: Pad Thai, Thai Curry, Papaya Salad
  • Vietnam: Pho, Banh xeo
  • Taiwan: Dumplings, Scallion Pancake, Beef Noodles, Oyster Omelette, Xiao long bao, Pepper Cake
  • Indien: Indian Curry, Naan Brot, Samosa
  • Japan: Sushi
  • Deutschland: Döner, Currywurst, Bratwurst, Leberkäse
  • USA: Burger, Hot Dog
  • Arabischer Raum: Falafel, Shawarma

Street Food

Das thailändische Nationalgericht Pad Thai.

 

Street Food

In Taiwan sind die Pepper Cakes sehr beliebt.

Wissenswertes über Street Food

Nach einer Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen – kurz FAO genannt – aus dem Jahr 2007 ernährt sich etwa ein Drittel unserer Weltbevölkerung täglich von Street Food. Dies bedeutet, dass 2,5 Milliarden Menschen ihr Essen jeden Tag von Garküchen, Imbissen oder Märkten kaufen.

Experten schätzen, dass es alleine in Bangkok rund 20.000 Street Food-Händler gibt, welche die Stadtbewohner mit etwa 40 Prozent des täglichen Bedarfs an Lebensmitteln eindecken. Wenn man diese Zahlen sieht, ist es nicht verwunderlich, dass es vor Kurzem in den Medien einen großen Wirbel um die Diskussion über die Verbietung der Garküchen in Bangkok gab. Gott sei Dank ist dieser Vorschlag vorerst abgelehnt worden.

Vor- und Nachteile von Street Food in fernen Ländern

Welche Vorteile hat das Street Food für dich?

Street Food bringt viele Vorteile mit sich. Da sich jeder Anbieter auf wenige Gerichte spezialisiert hat, ist die Qualität des Essens sehr gut. Ein Blick in die Garküche verrät dir bereits vor deiner Bestellung mehr über die Frische der Zutaten und die Hygiene bei der Zubereitung. Hast du dich für ein Gericht entschieden, wird dieses sofort zubereitet. Wenige Minuten später ist dein gewähltes Essen fertig. So sind Wartezeiten, wie du sie von Restaurants kennst, passé.

Im Allgemeinen ist es günstiger, sich von Street Food zu ernähren, als jeden Tag in einem Restaurant essen zu gehen. Weiterhin bestellst du dir im Restaurant meist nur ein Gericht und bist danach satt. Auf Straßenmärkten erhältst du kleinere Portionen, sodass du oftmals noch weitere Street Food Gerichte probieren kannst. In kürzester Zeit lernst du dadurch die Küche eines Landes kennen und zwar so authentisch, dass du eine Vorstellung davon bekommst, wie die Einheimischen essen.

Dank der großen Angebotsvielfalt findest du auch genügend leckere Speisen, die deinen Appetit stillen. Grundsätzlich sind alle Gerichte „To Go“ erhältlich. Zusätzliche Hilfsmittel, wie Stäbchen oder Löffel werden für dich mit eingepackt.

Zusammenfassung der Vorteile von Street Food

  • Gute Qualität des Essens, da sich die Anbieter auf wenige Gerichte spezialisiert haben.
  • Günstig. Street Food ist meist billiger als in einem Restaurant essen zu gehen.
  • Kleine Portionen. Dadurch kann man viele unterschiedliche Gerichte probieren. So lernst du die Küche eines Landes schneller kennen.
  • Vielfalt: Vegetarisch, süß oder deftig. Durch die große Anzahl an Händlern werden (fast) alle Geschmäcker bedient.
  • Blick in die Küche: Von außen hast du eine gute Sicht auf die Sauberkeit der Garküche und die verwendeten Zutaten.
  • To Go. Street Food wird typischerweise auch als „To Go Gericht“ für unterwegs angeboten.

Was solltest du beim Kauf von Street Food beachten?

Leider herrschen in vielen Ländern, in denen sich die Einheimischen überwiegend vom Street Food ernähren, andere Hygienevorschriften vor, sodass es beim Verzehr des Essens manchmal zu stärkeren Magenverstimmungen kommen kann. Deshalb solltest du dich an ein paar Regeln halten, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen.

Generell solltest du auf Leitungswasser verzichten, denn dieses wird in vielen Ländern nicht gefiltert. Sprich, es ist unsauber und nicht entkeimt. Das bedeutet für dich hinsichtlich des Essens und Trinkens auf Märkten, dass du überall aufpassen musst, wo Leitungswasser mit der Mahlzeit oder dem Getränk in Berührung kommt.

Das unsaubere Wasser wird auch zur Herstellung von Eiswürfeln verwendet und so können die Keime zusammen mit den Eiswürfeln in deinen leckeren Cocktail oder Fruit-Shake gelangen. Am besten ist es, wenn du bei deiner Bestellung einfach „No Ice!“ sagst und die Verkäufer wissen Bescheid.

Auch die frisch aufgeschnittenen Früchte bergen Risiken, da es sein kann, dass das genutzte Messer zum Aufschneiden vorher mit Wasser aus der Leitung abgewaschen wurde. Die ungekochten Gerichte, wie beispielsweise Tatar oder Sushi, solltest du besser grundsätzlich weg lassen. Einzig in Taiwan, Japan, Korea oder Ländern mit demselben westlichen Standard musst du dir diesbezüglich keine Sorgen machen.

Weitere Hinweise

Weiterhin solltest du bedenken, dass das Essen in vielen Ländern der Hitze ausgesetzt ist. Hinzu kommt, dass manchmal auch die nötigen Kühleinrichtungen nicht vorhanden sind und in einigen Orten der dazu benötigte Strom nicht dauerhaft zur Verfügung steht. Dadurch wird das Fleisch oder der Fisch in der Gefriertruhe unabsichtlich öfters aufgetaut und wieder eingefroren, was zur Bildung von Bakterien und Salmonellen führen kann. Um dies zu vermeiden, solltest du immer ein Auge auf die Frische des Fleisches und Fisches haben. Das Gute am Street Food ist, dass du eine direkte Sicht auf die verwendeten Zutaten hast. Vertraue hierbei einfach deinen Augen und deinem Bauchgefühl.

Ein letzter Hinweis zwecks Umweltschutz: Verpackungen spielen beim Street Food eine wichtige Rolle, damit das Essen auch „To Go“ mitgenommen werden kann. Diese sind zwar auf der einen Seite praktisch, aber vergrößern auf der anderen Seite auch die Müllmengen. Meist wird neben dem Pappbehälter noch eine Plastiktüte mitgegeben, um das Essen mit nach Hause nehmen zu können. Am besten verzichtest du  generell auf diese Plastiktüte oder versuchst direkt an Ort und Stelle zu essen. Oftmals bieten Händler den sofortigen Verzehr an ihren Klapptischen an, wobei du das Essen auf einem Teller oder in einer Schüssel serviert bekommst.

Zusammenfassung der Vorsichtsmaßnahmen

  • Verzichte auf Eiswürfel in deinen Getränken.
  • Verzichte auf ungekochte Gerichte, da die Bakterien hier nicht abgetötet werden.
  • Meide aufgeschnittenes Obst. Du kannst dein Obst auch mit dem eigenen Messer schneiden.
  • Achte auf die Frische der Produkte und erkundige dich nach den Kühleinrichtungen.
  • Achte auf die Umwelt. Versuche Müll zu reduzieren, indem du beispielsweise auf die zusätzliche Plastiktüte verzichtest oder direkt beim Händler vor Ort isst.

Empfehlung für Street Food in fernen Ländern

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass du dir keine zu großen Sorgen machen solltest. Wir vertrauen mittlerweile instinktiv auf unsere Augen und unser Bauchgefühl. Damit kommen wir sehr gut zurecht. Deshalb empfehlen wir dir, dich an die oben genannten Regeln zu halten und deinem Verlangen nach leckeren Street Food steht nichts mehr im Wege.

Street Food Kultur in Deutschland

Woher kommt der deutsche Street Food Trend?

Wie oben bereits beschrieben, existiert die Street Food Kultur bereits schon seit vielen Jahrhunderten. Deshalb stellt sich die Frage, wieso erst jetzt die Nachfrage nach Street Food in Deutschland so groß ist?

Der jetzige Street Food Trend hat seinen Ursprung in den USA. Ausschlaggebend für die wiederbelebte Kultur dort waren zwei Gründe: Die Finanzkrise 2008 und die rasante Entwicklung der Social Media Plattformen, wie beispielsweise Facebook, Twitter oder Instagram. Nach der Finanzkrise 2008 stieg die Nachfrage nach billigeren Essen, da sich die Leute das teure Essen in Restaurants nicht mehr leisten konnten. So entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren von New York aus eine große Street Food Szene, welche nun mit der klassischen Gastronomie, wie den Old School Burgerbuden, konkurriert. Mithilfe von Social Media Marketing konnten die neuen Gastronomen in kürzester Zeit eine große Bekanntheit erreichen und so den Grundstein für den Erfolg von Street Food in den USA legen.

Dieser Trend schwappte von den USA aus nach Europa. Auch hierzulande belebt die neuartige Essenskultur die Gastronomie und es entstehen viele neue Geschäftsmöglichkeiten.

Diese deutsche Street Food Kultur unterscheidet sich jedoch in einigen wesentlichen Punkten von der traditionellen. Diese Verschiedenheiten möchten wir dir nun aufzeigen.

Was sind die Unterschiede zwischen dem originalen Street Food und dem Street Food in Deutschland?

Unterschied 1: Garküche vs. Food Truck

Auf den ersten Blick fällt auf, dass in Deutschland niemand eine Garküche durch die Gegend zieht und dort versucht, seine Gerichte zu kochen und zu verkaufen. In Deutschland ist das Bild eher von den sogenannten Food Trucks geprägt, welche man früher womöglich als Imbisswägen bezeichnet hätte. Diese Food Trucks stammen aus Amerika, von wo aus der Trend auch nach Deutschland herüber geschwappt ist. Einen interessanten Artikel über den deutschen Street Food Hype findest du hier.

Unterschied 2: Nachtmarkt vs. Street Food Festival

Normalerweise werden die Gerichte auf Nachtmärkten angeboten. Diese öffnen oftmals bereits am frühen Nachmittag und haben bis Mitternacht geöffnet. Es gibt jedoch auch (Nacht-) Märkte, die an einigen Tagen rund um die Uhr geöffnet sind. Wahnsinn, oder? Du kannst dir dort also quasi Tag und Nacht dein Essen frisch zubereiten lassen. Für die Einheimischen in den dafür bekannten Ländern ist dies völlig normal. Wenn du nun glaubst, in den frühen Morgenstunden wäre dort nichts los, dann müssen wir dich leider enttäuschen. Der Dongdaemun Market in Seoul, Südkorea, ist ein gutes Beispiel hierfür.

In Deutschland sowie Europa gibt es statt Nachmärkten Street Food Festivals. Diese finden nicht jeden Tag, sondern nur an bestimmten Tagen im Jahr an einem Ort statt. Mittlerweile gibt es auch einige stationäre Märkte, welche jedes Wochenende geöffnet haben. Eine kleine Übersicht über Street Food Festivals in Deutschland und Europa findest du weiter unten in diesem Artikel.

Street Food

So sieht es auf einem Nachtmarkt aus.

Unterschied 3: Präsentation des Essens

Am Anfang des Artikels haben wir bereits vermerkt, dass sich rund ein Drittel unserer Weltbevölkerung von Street Food ernährt. Deshalb ist für diese Personen nicht entscheidend, wie das Essen serviert wird. Es bedeutet ihnen nicht sehr viel, ob das Essen schön hergerichtet auf einem Teller serviert oder ob es doch nur in einer Plastiktüte ausgegeben wird. Vielmehr ist der Geschmack entscheidend.

In den westlichen Ländern zählt natürlich auch der Geschmack. Jedoch ist hingegen die Präsentation des Essens doch sehr anders. Es wird viel mehr auf eine schöne Optik geachtet. Diese beginnt bereits bei der Zubereitung der Speisen und endet mit dem beachtlichen Anrichten des Gerichts auf einer Holzplatte oder Ähnlichem. Das Auge isst bekanntlich mit. Dies spiegelt sich im Preis wider.

Unterschied 4: Der Preis

Street Food wird in Asien als tägliche Nahrung angesehen und somit werden die Gerichte sehr billig angeboten. In Deutschland stehen Street Food Festivals und Märkte noch in den Kinderschuhen. Außerdem gibt es bei uns Imbisse, die uns Döner, Currywurst und weiteres verkaufen, sowie Bäckereien, die uns täglich mit dem nötigen Proviant versorgen. Somit haben wir (noch) keinen täglichen Bedarf an Street Food Märkten.

Das führt bei uns zu einer anderen Erwartungshaltung an Street Food Festivals. Wenn man ein solches Event besucht, möchte man nicht nur Essen kaufen, sondern vielmehr etwas besonderes erleben. Dieses besondere Erlebnis teilt man häufig mit Freunden. Man trinkt vielleicht ein Bier und gönnt sich ein paar Gerichte, während aus der Musikbox entspannte Musik tönt. Zeitgleich knipst man ein paar Bilder, lädt diese unter dem Hashtag #foodporn oder #streetfoodporn in Instagram hoch und bezahlt, weil das Gesamtpaket stimmt, einfach einen höheren Preis.

Eine Liste der bekanntesten Nachtmärkte weltweit

Auch kleinere Nachtmärkte lohnen sich, denn dort ist meist weniger los und die Preise sind oft etwas billiger. Ein Beispiel hierfür ist der Raohe St. Night Market in Taipei, Taiwan.

Wo finde ich Street Food Festivals in Deutschland/Europa?

Und jetzt? Wieso gibt es für dich eine extra Kategorie über Street Food auf diesem Blog?

Ganz einfach. Wir zeigen dir, wie Street Food wirklich aussieht und schmeckt! Schonungslos und ohne große Bildbearbeitung. Eben das reale Street Food aus aller Welt. Wenn du dich dafür genauso begeistern kannst, dann kannst du hier mehr über das Street Food aus aller Welt erfahren.

Die ersten Street Food Artikel, typische Gerichte für jedes Land sowie Rezepte folgen bald…

Trage am besten gleich deine eMail Adresse ein und wir informieren dich sofort bei der Veröffentlichung des nächsten Street Food Artikels.

 

Von | 2018-01-09T17:46:35+00:00 Dezember 10th, 2017|Food & Drinks|0 Kommentare

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